1. Hannes Bruun über "Everytime"
"Filmschnitt fühlt sich oft an wie ein Marathon. Man trifft jeden Tag so viele Entscheidungen. Die eigentliche Herausforderung besteht darin, über ein ganzes Jahr hinweg Tag für Tag mit einem frischen Blick auf das Material zu schauen."
2. Anna Nekarda über "Die Nichte des Polizisten"
"Ich finde meinen Weg in den Schnitt oft über die Intuition. Ich verbringe Zeit mit dem Rohmaterial, schaue mir verschiedene Takes an und frage mich: Löst dieser Moment etwas in mir aus? Wenn nicht, suche ich weiter."
3. Philipp Schnabel, Marco Rottig und David Gesslbauer über "Babo – Die Haftbefehl Story"
"Manchmal musste man das eigene Ego zurückstellen. Natürlich dachte jeder von uns hin und wieder: Ich hätte das anders geschnitten. Aber die entscheidende Frage war immer: Dient es dem Film? Und nicht: Ist das meine Lösung?"
4. Maxine Gödicke über "Siri Hustvedt – Dance Around the Self"
"Es hatte nur einen einzigen Drehtag mit Siri gegeben, bevor Paul Auster krank wurde. Im Schneideraum stellte sich deshalb die Frage: Wie können wir die ganze Vielschichtigkeit von Siri als Schriftstellerin, Wissenschaftlerin und Feministin vermitteln, bevor es zu diesem Einschnitt kommt?"
5. Evelyn Rack über "In die Sonne schauen" / "The Sound of Falling"
"Die sogenannten 'Darlings' sind oft genau die Momente, die das Herzstück eines Films ausmachen. Ich finde die Vorstellung völlig absurd, dass wir ausgerechnet das streichen sollen, was wir am meisten lieben. Ist das nicht genau der Ausgangspunkt, wenn man einen Film macht?"
6. Susanne Ocklitz über "Der Heimatlose" / "Trial of Hein"
"Über die Jahre unserer Zusammenarbeit haben wir eine eigene Methode entwickelt, die wir 'Stacking System' nennen. Damit können wir im Schnitt verschiedene Kombinationen ausprobieren und herausfinden, welche am besten funktioniert, besonders dann, wenn die Intuition allein keine eindeutige Antwort liefert."
7. Özcan Vardar über "Salvation"
"Das Wichtigste während des gesamten Schnittprozesses ist für mich, die bestmögliche Kombination aus dem Material zu finden. Eine, die die Vision der Regie so genau wie möglich widerspiegelt."
8. Gesa Jäger über "Gelbe Briefe" / "Yellow Letters"
"Zwei Tastaturen waren für mich zunächst ein Warnsignal. Aber ?lker hat mir gezeigt, dass es uns beide sogar entlasten kann, wenn der Regisseur etwas selbst ausprobieren kann, statt es mit Worten erklären zu müssen. Für einen Moment konnte ich die Dinge aus seiner Perspektive sehen."